Rock Wie Hose

ROCK WIE HOSE

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Rosa mit Glitzer oder blau mit Sportmotiv – wir hören solche Beschreibungen und schon meinen wir zu wissen: Mädchen oder Junge. Doch was passiert, wenn ein Junge sich einen rosa Ranzen aussucht? Oder ein Mädchen eine Kurzhaarfrisur hat? Und wer weiß noch, dass vor etwa 100 Jahren die Farbe rosa, als das „kleine Rot“ den Jungen zugeordnet war?

 

Das Tanzstück „Rock wie Hose“ spielt mit den geläufigen Geschlechterklischees. Aus einer Umfrage mit Mädchen und Jungen im Grundschulalter zum Thema „was ist typisch für Mädchen und Jungs“ haben die Choreografin Célestine Hennermann und die Dramaturgin Claudia Praml das Spielmaterial für diese Tanz-Performance herausgefiltert. Der Frankfurter Musiker und Komponist Gregor Praml hat dazu passende Soundcollagen aus den Umfragen, aktueller Musik und klassischen Stücken hergestellt. Auch hier treffen Genres aufeinander, Grenzen werden aufgelöst, Musiken neu gemixt.

 

Die Tanzperformance hinterfragt die „typischen“ Geschlechterzuschreibungen spielerisch, dabei darf alles ausprobiert werden – Bewegungen, Klamotten, Frisuren, Requisiten – das Stück wirbelt alles einmal durcheinander. Der Breakdancer Albi Gika ist auf dem Cat-Walk auch mal ein „Girly“ und die ausgebildete Tänzerin Katharina Wiedenhofer spielt im Tanzring mit ihren Muskeln. Es ist eben doch vielleicht alles „Rock wie Hose“. Dort wo die Industrie und Gesellschaft oft extreme Rollenzuweisungen festschreibt, will das Tanzstück die Grenzen wieder durchlässig machen. Neues ist anders möglich.
In dem von Sounds of Silence gestalteten Raum werden mit Elementen aus klassischem und modernen Tanz, der HipHop-Battlekultur und dem Aikido- Stockkampf die Rollendefinitionen von Mädchen und Jungs geöffnet, alles darf sein und ausprobiert werden: eben, Rock wie Hose!

Célestine Hennermann und ihr Ensemble wurde mit dem Karfunkel 2015, dem Kinder- und Jugendtheaterpreis der Stadt Frankfurt/M., ausgezeichnet.

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“Es ist deutlich, wie viel Erfahrung Hennermann mit ihren Kollegen aus dem Tanztheater für ganz junges Publikum nun auf eine höhere Altersstufe mit mehr Möglichkeiten transponiert hat. Am Ende gibt es für Kinder und Erwachsene viel Gesprächsstoff – und einen Kreis zum Mittanzen. Egal, ob mit Rock oder Hose.” (Eva-Maria Magel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.9.2016)


“Vorsichtig werden anhand der spielerisch gestalteten Choreografie festgefahrene Denkmuster hinterfragt oder auch in ihr Gegenteil verkehrt. Besonders überzeugend gelingt dies, wenn Musik und körpersprachlicher Ausdruck zusammenwirken und in eleganten Bewegungen um einen Ball oder eine Kappe miteinander gerungen wird. Anspielungen auf historische Vorbilder sind auch in den Kostümen erkennbar. Geschickt spielen Katharina Wiedenhofer(…) und Albi Gika mit weißen Reifröcken. Beim Handstand rutschen sie Gika über den Kopf, so dass nur noch Hände und Beine zu sehen sind. Die bizarr verdrehte Figur tanzt nun auf den Händen weiter und zeigt auf körpersprachlichem Weg das Leitmotiv der Inszenierung: „Alles ist möglich“. Dieser Satz ist in diesem Stück nicht nur Behauptung, sondern für einen Moment real.”
(Andrea Pollmeier,  Frankfurter Rundschau, 23.9.2016)

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Idee, Konzept, Choreografie: Célestine Hennermann
Tanz: Albi Gika & Katharina Wiedenhofer
Musik & Komposition: Gregor Praml
Dramaturgie: Claudia Praml
Bühne und Kostüm: Sounds of Silence (Petra Eichler & Susanne Kessler)
Licht: Jörg Poppe
Assistenz: Leonie Eichner
Management: Alexandra Schmidt

Premiere: Mi 21.9.2016 , Theaterhaus Frankfurt

 

Eine elephant-walk-GBR Produktion. Ermöglicht durch die Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main und der Auszeichnung KARFUNKEL 2015. Gefördert durch das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die BHF-Bank Stiftung. Koproduziert von der Commedia Futura / Theater in der Eisfabrik Hannover, unterstützt vom Theaterhaus Frankfurt und ID_Frankfurt.